13.3.26 Vor ein paar Tagen kam eine Freundin an der Gassmühle vorbei, im Auto und klagte über die momentanen Preise an den Tankstellen. Schon bis zu 20 ct mehr pro Liter sollte der Benzin- oder Dieselfahrer pro Liter löhnen. Es war der Montag nach dem Kriegsbeginn im Iran, bei dem die Allianz von Israel und den USA ohne UN-Mandat den Iran angegriffen haben und seitdem bis heute massiven Krieg führen. Die Folge war ein drastischer Anstieg der Rohölpreise.
So schlimm wie die Umstände sind- völkerrechtswidriger Angriff, Leiden der Bevölkerung, Auswirkungen auf die Region im Nahen Osten, auf die Weltwirtschaft, Flucht, Vertreibung, Trauer, Schmerz. Mit den Aufzählungen kann man nicht fertig werden. Krieg ist immer ein Verbrechen und kann keine Sicherheit und keinen Frieden schaffen. Aber das Ergebnis- die Auswirkungen weltweit in Bezug auf den Ölpreis- die gaben mir einen Anlass, neu über solche Themen nachzudenken.
Nicht auszusparen ist der Kanon der Meckerpötte. Wir hier in Deutschland- v.a. die ewig Unzufriedenen, die Jammer-Leute, die vor kurzem noch nach der Wiederaufnahme der Kohleverstromung riefen, die den Verbrenner als die einzige vernünftige Form der motorisierten Fortbewegung deklarierten, rufen nun nach staatlicher Regulierung des Ölpreises. Was ihnen gestern noch nur aus ideologischen Gründen lästig war, - saubere, nachhaltige und ökologische Energie - könnte heute genau betrachtet einen Großteil ihrer Kosten bei der Mobilität begrenzen. Ein Bericht aus der Wirtschaftsforschung heute morgen schildert die erfasste Nachfrage-Steigerung nach Elektroautos, und begründete diese mit der momentanen Preisentwicklung an den Tankstellen.
Mitten in die Situation schleudert Ursula van der Leyen die mit Asche beheftete Feststellung, der Ausstieg aus der Atomenergie sei ein Fehler gewesen. Man wolle fortan wieder Kernkraftwerke fördern. Was für eine Fehleinschätzung! Maßgeblich für die Entscheidung, von dieser teuren, gefährlichen und jahrtausenend lange strahlenden Endergieform zu lassen, war die Katastrophe von Fukushima. Parteiübergreifend, europa- und weltweit setzte ein Umdenken ein und ein breit konsentierter Entschluss unserer damaligen Regierung unter der CDU und Angela Merkel beschloss den Ausstieg, der konsequent und gesund war. Nun scheint einigen Menschen das Hemd wieder näher, als die Hose zu sein und man sehnt sich zurück nach subventionierter Energie, die unsere künftigen Generationen belastet und zudem hochgefährlich ist.
Warum nicht zumindest jeder, der ein eigenes Dach hat, eine eigene Stromproduktion aufbaut, die inzwischen nicht nur mehrwertsteuerbefreit, sondern auch noch erschwinglich ist, erschließt sich mir nicht. Ist es Geiz, Bequemlichkeit, oder einfach nur die mangelnde Fähigkeit, mit mathematischer Präzision die Vorteile neben den ökologischen und nachhaltigen Aspekten zu erkennen?
Wir kommen nicht an der Abkehr von schädlichen Energieformen vorbei. Wind, Sonne, Wasser liefern uns unendlich viel Energie, wir können sie nutzen. Wenn Probleme entstehen, sind diese meist hausgemacht- und lassen sich durch Konsens beseitigen. Einen sonnigen Tag!
In letzter Zeit häufen sich Krankheits- und Todesfälle in unserer Umgebung. Das gibt mir immer wieder zu Denken. Beim Sinnieren - bei der Gartenarbeit gelingt mir das immer am besten, oder wenn ich so im Workflow bin... - ist mir vor ein paar Tagen die Diskussion um die Wahrheit und den Streit vieler Menschen darum nicht aus dem Kopf gegangen. Meine persönliche - vorübergehende Erkenntnist dazu war folgende:
Der Tod beendet Glück. Der Tod beendet das Leiden, die Zuversicht. Er beendet unsere Wahrheiten, Zahlungsfristen, Strafverfolgung und er gilt für alle. Somit ist der Tod die einzige Form der Gerechtigkeit, die es auf dieser Erde gibt.
Wahrscheinlich ist es bitter, dass es erst einen so radikalen Abschied braucht, um Frieden zu finden. Keine Sorge- ich bin am Leben interessiert. Aber diese Erkenntnis schafft eine Endlichkeit, die auch eine Aussicht ist.
Seit 2011 haben wir uns dem Erstellen dieser Kulturstätte gewidmet. So mancher Tropfen Schweiß und Blut ist hier geflossen, und das Ergebnis hat sich sehen lassen. Inzwischen kann man vom ursprünglichen Zustand nicht mehr viel erkennen. Über die Bauzeit haben wir ein 20 minütiges Video auf unserem YouTube-Channel veröffentlicht. Wer mag und Zeit hat, hier klicken: https://youtu.be/U3eLzCM2rPo?si=4axFTB8cL7ZYvas6
Liebe Freunde der Gassmühle,
ich weiß, dass schon viel geschrieben wurde. Vielleicht geht es euch auch so: wir lesen viel, es gibt Kommentarfunktionen, man beteiligt sich an dem einen oder anderen Thema mit einem Kommentar und bekommt dann eine Nachricht dass jemand darauf reagiert hat. Voller Freude öffne ich den Kommentar und lese eine üble Beschimpfung, die scheinbar hemmungslos Wut auf meinen Bildschirm projiziert. Meine Freude weicht einem aufgeregten höheren Puls und Aufregung, gepaart mit Angst und Mahnung zur Vorsicht. Ich beabsichtige, nicht mehr auf solche Themen zu reagieren.
Was besonders schlimm daran ist: Die Kommunikation stirbt. In den sogenannten sozialen Medien (die sich allzu oft unsozial präsentieren, weil ihre Nutzer so sind, wie sie sind) findet keine authentische menschliche Kommunikation mehr statt. Es herrscht ein Kampf um die Wahrheit, das Durchbringen eigener Standpunkte und starke Polarisierung. Alles schädlich. Dumm nur, dass sich die Nutzer damit selbst schaden, ohne es zu merken. Sie ziehen sich in die Isolation zurück und werden dadruch nicht gesünder, sondern nehmen Schaden. Der Mensch als soziales Wesen braucht menschliche Begegnung.
Daher haben wir uns entschlossen, den Schwerpunkt unserer Meinungsäußerung nicht mehr in den inflationären Diskussionsmedien zu teilen, sondern hier auf der Webseite zum Besten zu geben. Wer mag, kann es abonnieren, immer wieder reinschauen und sich per whatsApp oder email bei uns melden und darauf reagieren. Das wird wenigstens "echt". Bis bald! Wir freuen uns.

