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Das Leben ist zu kurz für lange Gesichter- dagegen haben wir etwas: Kultur. Und das soll weiterhin so sein! Daher suchen wir einen Nachfolger: Hier Klicken oder unten scannen.

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Video: Vorstellung der Gassmühle im "Schnelldurchlauf"

Auf dem Mühlengelände befinden sich zwei Ferienwohnungen und ein großer Raum für Veranstaltungen. 

Sollten Sie das Gassmühlen-Gelände außerhalb unserer Veranstaltungszeiten besichtigen wollen, melden Sie sich bitte vorab telefonisch bei uns, damit wir einen Termin vereinbaren können.

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Wir legen uns fest.

SlideridersAbsage Ihr habt es ja schon im Broadcast und auf der Webseite gesehen. Die Slide Riders haben das Konzert für morgen abgesagt. Der Grund liegt auf der Hand: es gab keine Sicherheit, dass wenigstens die Fahrtkosten für die beiden Berliner Künstler "reinkommen". Und da kommt nun der Schlips ins Rad. 

Die Künstler sind Menschen, die einem Beruf nachgehen, manchmal einem sehr schönen, einige Künstler arbeiten nebenberuflich und verdienen sich so ihren Lebensunterhalt, weil es mit der Kunst nicht ausreicht. Wir haben in über 7 Jahren Veranstaltertätigkeit so einige Geschichten gehört, die uns staunen ließen, manchmal haben wir auch den Kopf geschüttelt über Rahmenbedingungen, Gratwanderungen und Ärger mit allerlei Zeitgenossen. Meistens aber überwiegt vor allem die Hochachtung für diese Form des Berufsdaseins jegliche Einschätzung unsererseits. Und das ist auch der Grund, weshalb ich dies hier notiere. 

Man stelle sich vor, wie viel Zeit vonnöten ist, ein Instrument zu lernen (oder die eigene Stimme zu schulen). Hinzu kommt, dass diese Form der Unterhaltung meistens nicht allein passiert. Also muss der Musiker auch in der Lage sein, mit anderen Musikern gemeinsame Sache zu machen. Was im Musikalischen selbstverständlich ist, hält oft auch als Metapher für andere Berufszweige her. "Wenn der Drumer zu spät kommt, kann die ganze Band nicht spielen" habe ich oft bei zu spät begonnenen Teamsitzungen gehört, die Musik ist eben ein für jeden verständliches Beispiel. 

Dann hat ein Musiker ja nicht nur ein Berufsleben, er hat manchmal auch ein Privatleben. Gut, wenn er dies mit einer Kolleg:in in Einklang bringen kann, aber das ist in den seltensten Fällen so. Also reist der Musiker wie ein Handelsvertreter von einer Stadt in die andere und zurück, bei Tourneen ist das auch länger der Fall und das Privatleben wird auf jeden Fall immer auf die Probe gestellt. Mit einem Angestelltendasein oder der geregelten Homeoffice-Situation nicht zu vergleichen! Sie machen sich auf, um das, was sie gelernt haben, zu präsentieren, Stimmungen zu erzeugen, gesellschaftlichen Austausch zu schaffen und mit anderen Menschein in Kontakt zu treten. Freude und Situationen mit Erinnerungswert erzeugen. Das gehört wertgeschätzt! 

Nun ja. Was soll das alles? Natürlich machen wir uns Gedanken darüber, wie diese Zusammenhänge in die heutige Zeit passen. Wir haben schon sehr viele Gespräche geführt über die Umstellung des "freiwilligen Eintritts" auf "Eintritt" und dann auch noch mit "Buchung über einen Ticketdienstleister". Manche sagen uns, dass sie mit dem System nicht zurecht kommen. Manche meinen auch, dass sie sich nicht so langfristig festlegen können (oder wollen).  Das kann ich alles verstehen, 

Ich lade zum Perspektivwechsel ein: Der Aufwand für den Musiker (nicht schon wieder) im Verhältnis zu der Frage, ob ich am Samstag zu einem Konzert gehe und mich dafür wenigstens 2 Tage vorher entscheide... oder der Aufwand, das Konzert mit allen Vorbereitungen von Künstlerplanung, Gema-Anmeldung, Werbung, Raumvorbereitungen und Heizen, Getränke- und Speiseneinkauf und -Zubereitung... nein es ist müßig. 

Wir haben nun entschieden, dass wir alle Künstler 2 Tage vor Beginn des Konzerts anfragen, ob sie auch bei wenigen gebuchten Karten bereit sind, hier ein Konzert zu geben und auf die Abendkasse zu hoffen. Entschieden wird dann von den Künstlern selbst 1 Tag vorher. Ich denke das ist ein Minimum an Fairness, das man den Künstlern und Veranstaltern entgegen bringen kann. 

Wir hoffen auf euer Verständnis. 

Ticketverkauf über Eventfrog

"Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit." (Unbekannt)

Seit April diesen Jahres haben wir uns für die Umstellung unseres Eintritts-Systems von "Freiwillig" auf "Eintritt" entschieden. Wir möchten uns dazu noch einmal kurz erklären und euch mitteilen, wie der weitere Verlauf sein wird.

Wir hatten mehrere Veranlassungen, dieses System einzuführen. Zunächst sind wir unseren Künstlern verpflichtet, Ihnen eine Gage zu zahlen. Wir können nicht erwarten, dass Menschen, die etwas studiert oder gelernt haben und dieses Studium in ihrem Berufsleben anwenden, dies hier zur Aufführung bringen und anschließend wieder Wege und Kosten auf sich nehmen müssen, um wieder in ihren Alltag zurückzukehren, ohne dafür eine angemessene Gegenleistung zu erhalten. Ebenfalls sind wir uns selbst verpflichtet, unseren eigenen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Daher haben wir mit den Künstlern, die hier auftreten, eine gewisse Vereinbarung getroffen über die Aufteilung der Eintrittseinnahmen. Soweit kann das sicher jeder nachvollziehen, denn von allen Gästen weiß sicher jeder, wie notwendig die Betrachtung der Einkommensseite im Leben ist.
Zum anderen steht die Frage zur Disposition, in welchem Verhältnis Aufwand und Gegenleistung stehen. Wir haben mit dem bisherigen System einen sehr hohen Aufwand betrieben, die Anmeldungen, die notwendig waren, um Gästen bei uns einen Platz zu sichern, waren enorm und trugen einen beträchtlich Risiko in sich. Immerhin war hier wenig Verbindlichkeit erforderlich, man konnte kurzfristig absagen. Man konnte auch einfach nicht erscheinen, was auch in jüngerer Zeit durchaus vorkam. Wir haben viel Verständnis dafür, wenn Dinge passieren, die unvorhergesehen sind und man an einem geplanten Termin nicht teilnehmen kann. Ich habe aber auch viel Verständnis dafür, dass ein Künstler, der zwischen 50 und 600 km gereist ist und bei uns auftritt seinen vollen Lohn fordert. In der Regel haben wir diese Kompensation auch geleistet, was zu unseren Lasten ging. Insofern mussten wir reagieren, denn unsere Mittel sind auch nicht unendlich verfügbar und immerhin haben wir seit sieben Jahren hier Konzerte organisiert und sind in einen Bereich gewachsen, der durchaus einerseits als professionell bezeichnet werden kann und andererseits auch gefährdet ist, zu überleben.

Die Lösung lautete für uns, das Ticketsystem mit Eintritt einzuführen.

Warum ist das nun besser? Ich biete hier einen Perspektivwechsel an, und deshalb erkläre ich unsere Motivation auch so ausführlich an dieser Stelle. Nehmen wir das Beispiel Lebensmittel. Kunst/ Kultur und Ernährung sind beides elementare und wichtige Bestandteile im Leben eines Menschen. Dabei fällt die Kultur immer wieder hinten runter, weil andere Bedürfnisse gerade wichtiger erscheinen wie zum Beispiel Ernährung (verständlich) oder die Anschaffung von bestimmten Dingen, die notwendig sind. Man spart am ehesten an Kultur und Kunst, das kenne ich aus eigener Erfahrung, das weiß jeder von uns und das bleibt auch so. Wenn ich aber Ernährung und Kunst, die beide für die seelische Gesundheit der Menschen wichtig sind, nebeneinander stelle, dann kann ich beim Kauf von Lebensmitteln auch nicht erst bezahlen, wenn ich sie gegessen habe. Ich muss die Lebensmittel nach Hause holen und dann sind sie schon bezahlt. Genauso sehe ich das mit der Kunst. Wenn ich mir vornehme, ein künstlerisches Produkt zu konsumieren, muss dieses Produkt auch bezahlt werden, ob ich es nun konsumiere oder nicht - das ist eher zum Vor- oder Nachteil jedes Betroffenen, und der Produktanbieter muss natürlich entlohnt werden. Und wie soll das ohne jegliche Grundlage passieren? Die Einsicht hat nicht jeder und daher bitten wir hier um großes Verständnis dafür, dass wir das System mit dem freiwilligen Eintritt abgeschafft und das Ticketsystem eingeführt haben.

Wie geht es nun weiter? Ticketvorverkauf und Abendkasse!

Die ersten Erfahrungen mit dem Ticketsystem haben uns bestärkt. In der Regel sind nicht alle Tickets ausverkauft und an der Abendkasse können Karten gekauft werden- das geht besonders unkompliziert, wenn die Platzkapazität (wie z.B. im Kuhstall mit 60 Plätzen) nicht begrenzt und genügend vorhanden ist (open air).

Viele Gäste begrüßen die Einführung des Ticketsystems, manche haben ihre Schwierigkeiten damit, weil sie ein entsprechendes Bezahlsystem nicht nutzen können oder wollen und manche kommen während der Pause und Fragen nach einem vergünstigten Eintritt und manche diskutieren schon zu Beginn der Veranstaltung über die Höhe der Eintrittspreise, die sich bekanntermaßen bei uns nicht verändert haben. Wir haben bisher immer einen freiwilligen Eintritt in gleicher Höhe empfohlen und in der Regel wurde dieser auch beglichen, dafür sagen wir an dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank. Allerdings gab es Tage, an denen es nicht so war. In einem vorherigen Blog Eintrag hatte ich schon geschrieben, wie Zaun der Zaungäste versucht haben, den Eintrittspreis zu verhandeln. Wir sprechen hier nicht von Preisen über 50 bis 300 Euro, sondern über 20 Euro. Mittlerweile passiert das schon gelegentlich, und die Art des Vortrags der Anliegen wird auch intensiv geführt, mit verbalem Nachdruck und forderndem Charakter. Ich muss an dieser Stelle allerdings sofort entgegnen, es gab nie eine größere verbale Auseinandersetzung, denn unser Standpunkt ist klar: Konzerte passieren immer mit Eintritt und wir können keine Ausnahmen zulassen, weil dann natürlich Gäste, die Eintritt bezahlt haben, gegenüber den Gästen, die keinen oder weniger Eintritt bezahlen, benachteiligt sind. Das ist nicht in unserem Interesse, wir setzen hier auf eine gemeinschaftliche Übernahme der Kosten und das soll auch so bleiben, damit jeder zufrieden sein kann und nicht Missmut gegenüber anderen Gästen entsteht.

Wenn wir nun also Interessenten haben, die mit dem Ticketsystem nicht vertraut sind und sich damit auch nicht mehr befassen möchten, können die sich gerne an uns wenden und sich anmelden, das sollte allerdings unbedingt die Ausnahme bleiben, denn der Aufwand für uns erhöht sich an dieser Stelle enorm. Ist die Veranstaltung nicht ausverkauft, gibt es weiterhin an der Abendkasse Karten. Wir werden in jedem Fall alles versuchen, jedem Interessenten einen Platz zu reservieren. Das Ticketsystem sieht jedenfalls eine Mindestzahl an Sitzplätzen vor, die auch für die Regenvariante im Kuhstall ausreichend ist. Wenn ich nun zusätzliche Reservierungen entgegennehme, kann das nur innerhalb des begrenzten Kontingents der Karten passieren so müsste ich also bei jeder Anmeldung kontrollieren, wie viele Plätze noch verfügbar sind und das Kontingent entsprechend reduzieren. Wir sollten einfach miteinander telefonieren und wir finden einen Weg, wie wir für alle Gäste einen Platz an dem Abend organisieren können. Wenn eine Veranstaltung rechtzeitig ausgebucht ist, versuchen wir mit dem Künstler zu sprechen, eine zweite Veranstaltung vorher oder danach anzubieten, damit wir die Nachfrage befriedigen können.
Ihr seht also, es geht weiter in der Gassmühle und wir freuen uns auf ein weiteres Veranstaltungsjahr. (wir gehen nun in das achte Jahr am 1. Oktober)

Wir sehen uns!

Zaudernde Zaungäste- Gedanken über den Zeitgeist

Jeder kennt das: Diskussionen die man nicht führen möchte muss man gelegentlich dennoch führen. So auch am Abend einer Veranstaltung in der Gassmühle. 

Seit dem Saisonbeginn 2026 haben wir den Schwerpunkt der Eintrittsgestaltung in der Gassmühle geändert, denn  bei den meisten Veranstaltungen sammeln wir nun einen Eintritt von i.d.R. 20 Euro ein. Das haben wir nicht aus einer Laune heraus entschieden, sondern fundiert begründet. (Reminder: bisher haben wir den Eintritt als freiwillig bezeichnet und eine Empfehlung über die Höhe ausgesprochen, der Eintritt wurde in der Jaucheschöpfkelle am Ende des ersten Sets eingesammelt.) Die meisten unserer Gäste verstehen unsere Entscheidung und tragen sie auch mit. Zum verständnislosen Kopfschütteln regt mich indes mancher Gast an, der hier am Eingang zaudert oder gar die Veranstaltung von der Straße aus verfolgt. Stehend. Rauchend. Kippen verstreuend. 

So auch zum Konzert einer Bluesband aus Leipzig, die nicht zum ersten mal in der Gassmühle spielte. Bereits vor dem Konzert standen 3 potenzielle Gäste vor der Gassmühle und harrten der Dinge, die da passieren. Kurz vor Konzertbeginn habe ich die Herren dann mal angesprochen, ob ich etwas für sie tun könne. "Wir überlegen noch" war die Antwort. Nach einem kurzen Schwatz habe ich wie immer die Band begrüßt und das Konzert begann. - unglaublich aber wahr - die Herren standen weiterhin vor der Gassmühle und im 30min später von mir geführten und nachfragenden Gespräch beklagte sich der eine, dass nicht so viele Gäste da seien, der andere, er könne sich 20 Euro Eintritt nicht leisten, eventuell 10, aber 20 nicht - und der dritte war nur der Verstärker des zweiten, der zudem auch die Qualität der Veranstaltung bemängelte. 

Nun aber mal langsam... wenn einem da nicht das Messer in der Tasche aufgeht (sprichwörtlich gemeint!). Da stehen drei Herren, die rauchend das Konzert verfolgen und sich dann über die Qualität oder den aus ihrer Sicht mangelhaften Besucherstrom beklagen und für einen vollendeten Konzertgenuss ist ihnen der Eintritt zu teuer. 

Und weil ich immer gern meine persönlichen Rechtfertigungen darstelle, liste ich auch hier mal auf, was alles dazu gehört, eine solche Veranstaltungsstätte zu schaffen, zu erhalten und mit Leben zu erfüllen. Und das besonders an die Menschen gerichtet, die die "Umsonst"- und Geizmentalität in ihrem Leben zum obersten Ziel gestellt haben.

Für die Veranstaltungen sind viele verschiedene und komplexe Tätigkeiten erforderlich:
Zunächst muss es einen Ort geben, an dem die Voraussetzungen für solche Veranstaltungen gegeben sind. Es muss eine Immobilie vorhanden sein, ein Ort mit einem Gebäude. In der Immobilie muss es einen Raum geben, Sanitäranlagen, gesicherte Wege und Außenanlagen, die gefahrlos betreten werden können. Dazu gehört eine großartige bauliche Planung, diverse Genehmigungsverfahren, Gutachten über Schallimmission und ähnliche einzuhaltende Vorschriften. Genügend Parkmöglichkeiten müssen vorhanden sein, es müssen weitere Toiletten vorhanden sein, für die Ausgabe von Speisen und Getränken muss eine entsprechende geregelte Umgebungsform existieren, die auch hygienischen Standards entspricht.
Für die Durchführung von Veranstaltungen sind ebenso einige Genehmigungen erforderlich: Anträge für die einzelnen Veranstaltungen, Versicherungen für Haftpflicht als Veranstalter, Versicherungen für Unfälle und Gebäude, Versicherungen und Steuern für sonstigen Grund und Boden, Anschaffungen für Sitzgelegenheiten, wie Tische und Stühle, die auch noch in das entsprechende Ambiente passen, Sonnenschirme, Verschattungen, Bepflanzungen, Absperrungen müssen geschaffen werden, die Wege und Flächen müssen stolperfrei begehbar sein und letztendlich gepflegt und ansehnlich wirken, das heißt: Rasen säen, gießen und mähen. Blumen für eine ansprechende Bepflanzung sind nicht selbstverständlich.

Es muss Kontakte zu Künstlern geben, sowie zu Veranstaltern, zur Presse, zum Radio, zum Fernsehen, Kontakte zu potenziellen Besuchern. Die Bekanntmachung der Veranstaltung ist ein Schlüsselprozess, der sehr viel Zeit erfordert und unabdingbar ist. Die grafische Gestaltung der Aushänge und Pressemitteilungen ist zeitaufwändig und erfordert Kenntnisse, Fähigkeiten, Hard- und Software und sehr viel Zeit.
Für die gastronomische Versorgung müssen Getränke eingekauft, gelagert, gekühlt, auf Mindesthaltbarkeitsdaten kontrolliert werden, die Kühlschranktemperaturen müssen regelmäßig kontrolliert werden, die Wasserzuleitungen müssen regelmäßig vom Gesundheitsamt geprüft werden, das Gesundheitsamt fordert auch regelmäßig bei Kontrollen Nachbesserungen für bestehende Anlagen, die Speisen müssen eingekauft werden, es muss überlegt und kalkuliert werden, prognostiziert und abgeschätzt, und natürlich letztendlich das Überzählige leider auch verworfen werden.
Für den Betrieb der Kühlung und Erwärmung von Speisen und Getränken sind nicht nur Energiekosten erforderlich, sondern auch Menschen, die sich der Sache annehmen und aufpassen, dass Würstchen nicht verbrennen, genügend Brötchen vorhanden sind, die, wenn sie aufgebacken werden, auch nicht verbrennen, für die Bepreisung der Produkte muss es Hinweistafeln geben, ein Wegleitsystem, Informationstafeln, die über das aktuelle Programm informieren, es muss ein Zelt geben, damit der Sonnen- und Regenschutz gewährleistet ist, und letzten Endes benötigt jeder Kulturbetrieb ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Vorausschau, damit während den Veranstaltungen niemand zu Schaden kommt.
Für das Zeigen von Kulturfilmen oder anderen künstlerischen Werken an der Leinwand benötigt man natürlich entsprechende Technik, die Kenntnis über die Funktionsweise dieser Technik, entsprechende Medien müssen geordert werden, die aufgeführt werden dürfen, dazu gehört auch, die entsprechende Lizenzierung und GEMA-Gebühren zu zahlen, es muss entsprechende Bühnen- und Akustiktechnik vorhanden sein, die unter fünfstelligen Beträgen kaum zu haben sind. Bedient werden muss diese Technik auch von Menschen, die der Technik mächtig sind und auch in der Lage sind, in speziellen Notsituationen immer eine Alternative zu schaffen. Tontechnik erfordert Kabel, Mikrofone, Lautsprecher, Verstärker, Mischpult, Vorkehrungen für plötzliche Wetterereignisse, die Bühne muss sauber sein, mit einem entsprechenden Bodenbelag ausgestattet sein, Beleuchtet durch entsprechende Scheinwerfer, die Bühne darf auch nicht einfach so umfallen, wenn es einen kleinen Wind gibt, sie muss also gesichert sein. Dass auf der Bühne Menschen stehen, die ihre Kunst präsentieren, erfordert auch Sicherheitsvorkehrungen, und natürlich benötigen wir auch Künstler, die ihre Werke aufführen. Diese Künstler treten in Kontakt mit Besuchern, um Ihnen ein unvergessliches Kulturerlebnis zu ermöglichen. Ziel ist es, Freude zu schaffen und den Besucher mit Wohlbefinden nach Hause zu schicken.
Schlussendlich müssen die Künstler begleitet werden und die Möglichkeit haben, sich in einem Backstage-Bereich zu entspannen, umzuziehen und frisch zu machen, versorgt zu werden, mit Speisen und Getränken, sich in einer Umgebung zu orientieren, die ihr Arbeitsplatz ist, aber ihnen doch vorher völlig fremd war.
Dann ist für 90 Minuten Genuss auch noch eine Gage für die Künstler fällig. Dass der Veranstalter dies nicht als Wohltäter für die Gesellschaft allein stemmt, versteht sich von selbst. Auch Veranstalter müssen von ihren Einnahmen leben können. Deshalb gibt es einen Eintritt. 
Im Anschluss an die Veranstaltung müssen Stühle und Tische weggeräumt und die Kissen eingesammelt werden, Geschirr und Leergut sortieren und einsammeln, säubern und wegräumen gehört auch dazu. Es müssen Kippen vom Rasen aufgesammelt werden, Müll beseitigt, Mülleimer geleert werden, Geschirr muss gespült werden, es muss wieder eine Inventur erfolgen, damit der Materialeinsatz koordiniert werden kann, es muss der Innenraum gereinigt werden, Toiletten geputzt, Papierhandtücher müssen nachgefüllt werden und Toilettenpapier ebenso. Zerstörtes Geschirr muss ersetzt werden, die Backstage-Bereiche müssen geputzt und aufgeräumt werden, Wäsche abgezogen und die Betten neu bezogen werden, Bäder und Toiletten im Backstage-Bereich oder in der Übernachtungsmöglichkeit der Künstler gereinigt werden. Die Abrechnung jedes einzelnen Tages mit dem Finanzamt, der GEMA, der Künstlersozialkasse, anderen Lizenzgebern und Dienstleistern sowie den Künstlern muss hier nicht extra erwähnt werden.
Fazit: diese Liste ist keinesfalls vollständig. Es erfordert sehr viel Zeit, Engagement und Geld, um für die Besucher sichtbare Ergebnisse zu schaffen und weiter zu entwickeln, die für ihr Wohlbefinden wichtig sind. Wir (die Veranstalter und Künstler) tun das gern, wünschen uns aber entsprechende Wertschätzung.

Gesellschaft funktioniert nur dann gut, wenn jeder Mensch dem weitläufig praktizierten Egoismus ein gesellschaftliches Wohlwollen entgegensetzt.

Lasst euch nicht täuschen!

afdWahlplakatich war vor ein paar Wochen in Bad Schmiedeberg unterwegs und habe dieses Wahlplakat der AfD gesehen und fotografiert. Dass ich dazu nicht schweigen kann, liegt einerseits an dem Stil, mit dem man hier auf Stimmenfang geht und andererseits an der absolut falsch dargestellten Tatsache. Nun mal langsam. 

Sozialstaat sichern, illegale Migration stoppen. Hier wird also völlig schamlos ein Thema mit einem anderen vermischt, ohne jeglichen Zusammenhang. Die AfD hat wohl offensichtlich keine anderen Lösungen, als einfach nur Migration zu stoppen. Traurig. 

Zunächst muss man feststellen, dass illegale Migration überhaupt nichts, nein rein gar nichts mit Sozialstaat zu tun hat, jedenfalls nicht in der Weise, wie es hier dargestellt ist. Wer in Pflegeheimen ein- und ausgeht, kennt solche sozailromantischen Szenen nicht, bei denen eine Pflegebedürftige von einer Mitarbeiterin umarmt wird und beide lächeln. Das ist pure Verarschung. Und dann noch zu implizieren, dass diese Umarmung zu bekommen ist, wenn man "illagale Migration" stoppt, was auch immer das bedeuten mag, das setzt der Geschmacklosigkeit die Krone auf! Ein geframtes Foto, mit geframten Themen, lasst euch nicht veräppeln! 

An der Stelle des Plakats steht nun ein Plakat: "Wir vertrauen der AfD". Na dann gute Nacht! Herzlich willkommen im Verlassensein. 

Wissenschaftsfreiheit statt Bevormundung! Die AfD leugnet wissenschaftliche Erkenntnisse und schüchtert durch verbale Aggression ein. Auch hier gilt es, mal innezuhalten und die Argumente zu sortieren, statt sich auf die Trittbretter einer aggressiven Stimmung zu stellen und "kostenlos" mitzufahren. Das wird jedem zum Nachteil gereichen, wenn die Mitmenschlichkeit den Bach runter geht...

Lösungsorientierung statt Scheinproblematisierung! Wir sehen immer wieder, dass die AfD keine wirklichen Lösungsansätze bietet. Alles, worauf diese Partei setzt, ist Hass und Spaltung. Wir sollten uns von den Spaltern nicht länger zum Hass und zur Anstandslosigkeit animieren lassen. Mitmenschlichkeit, eine ordentliche Mitmenschlichkeit ist durch nichts zu ersetzen.

Zivilgesellschaft statt Zensur und Diktatur! Zur Bewältigung unserer Herausforderungen können wir nur gemeinsam beitragen. Einseitige Schuldzuweisungen sind unangebracht und fördern Hass und unkonstruktuven Streit. 

Vielfalt statt Stille. Wir können nur mit den verschiedenen und vielfältigen Instrumenten zu einer gesunden Gesellschaft wachsen. Darum: 

Wir wählen NICHT die AfD. Bitte wählt auch ihr demokratische und nicht rechtsextreme Parteien! Lasst euch nicht täuschen. Diese Menge an „gutgemeinten“ Änderungen kann niemand finanzieren. Wer wird also zahlen? Drei mal dürft ihr raten! Ihr wählt trotzdem die AfD? Dann richtet euch drauf ein, dass ihr wahrscheinlich verlieren werdet: eure Sozialleistungen, eure Dienstleistungen und deren Qualität, euer Geld, eure Renten. Ja, anders sind die "Steuererleichterungen" nicht zu finanzieren, lest bitte die einschlägigen Gutachten der Wirtschaftsforschung.

Wenn es denn aber kommt: Jammert dann bitte nicht! Ihr werdet die Blender, die euch den unendlichen Reichtum versprochen haben, dann nicht mehr so schnell los, denn sie werden aus Angst vor einem Rückschlag die Weichen stellen, dass sie sich in ihren Posten für immer einrichten können. Und ihre Familien auch.

Also. Wählt demokratisch!

Erwacht aus einem schlechten Traum...?

Guten Morgen, UngarnDa ist nun ein von Spannung erwarteter Wahlausgang in Ungarn auf dem Tisch und eine Mischung aus Erleichterung und Freude, die der Angst folgt- es könnte ja beim status quo bleiben und die Rückwärtsgewandtheit und trennende Politik des alten Orban könnte den initiierten Demokratieabbau weiter stabilisieren. Gott sei Dank ist dieser Kelch an Ungarn und damit an der Europäischen Union vorbei gegangen. 

Guten Morgen, nicht weil gerade einfach nur ein Tagesbeginn ist, sondern weil ein für Viele als schlechter Traum erlebter Zeitabschnitt endet. Aufwachen aus einem Traum- wer kennt das nicht?

Dabei schickte sich die Welt am rechten Rand wirklich ernsthaft an, den Populisten weiter zu fördern und gab ihm Schützenhilfe, die bei den selbstbewussten Ungarn natürlich nicht ins Leere lief, sondern - und das ist das schöne! - zu einer konsequenten Haltung führte, nämlich Ablehnung. Und das mit der nun gesehenen Macht, ein "Wahl-Wumms", wie es wohl selten zu sehen ist.

Was bedeutet das nun für uns? Europa kann wieder stärker sein, mit einer Sprache sprechen und sich nicht in viele Schnipsel mit egoistischen Selbstbehauptungsphantasien verhaspeln. Deutschland hat viele Gemeinsamkeiten mit Ungarn, besonders wenn ich an die Wende zu Ende der 80er Jahre denke. Ungarn war das erste Land, das den eisernen Vorhang einfach durchlässig machte, weil sie ihr eigenes Land in die Freiheit führen wollten und halfen damit uns Ostdeutschen, ebenfalls die Freiheit zu erlangen. Nur so konnte langfristig die Absurdität der Einzelstaaterei und Abschottung ein Ende gesetzt werden, das viele Ostdeutsche dummerweise heute wieder herbei sehnen. Auf der Suche nach diesen Bedürfnissen kommen mir viele Gedanken, die mich entweder anwidern, abschrecken oder mindestens verständnislos gucken lassen.

Vielleicht schaffen es die Sachsen-Anhalter auch, ein Zeichen zu setzen? Wir haben nur eine Wahl: entweder wir driften in die dunkelste Vergangenheit ab, die wir vielleicht auch schon vergessen haben, indem wir uns von den leuchtenden aber irrationalen und unerreichbaren Versprechen der Demagogen blenden lassen, oder wir mobilisieren nicht nur die Nichtwähler, sondern erreichen auch die verbitterten, die sich im gemeinschaftlichen Chor der Empörten engagieren und schaffen es, dass sie ihre Wahlentscheidung zugunsten der Demokratie ändern. DAS ist meine Hoffnung, denn die Schäden, die Demagogen anrichten, sind viel größer, als der Nutzen, den sie uns verprechen. Wir haben es oft gesehen, oft bedauert und manchmal auch wieder mit viel Anstrengunng korrigiert- weltweit. Aber sie wieder loszuwerden, könnte nicht nur mit viel Opfer verbunden sein, sondern manchmal auch unmöglich werden.

Noch ein guter Tipp: Demokratie- das Video von Bodo Wartke. Schaut es euch an- ist unterhaltsam und Vorsicht: es kann Wahrheit enthalten. Und vielleicht- ja vielleicht haben es die Ungarn gerade noch so geschafft, die Kurve zu kriegen. Ich freue mich darüber!

 

  1. Film: Melania
  2. Lotto: Glück beim Film über Lottoglück
  3. Das Märchen vom Fischer und seiner Frau
  4. Was uns wirklich weiter bringt- saubere und sichere Energie. Ein Vernunftsaufruf.

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