Wir haben es getan! Der in den Kinos gefloppte Film "Melania", der First Lady der USA, hatte weltweit bisher keine oder nur ganz ausgewählte positive Resonanz erzeugt. Man musste diese positiven Kritiken schon mit der Lupe suchen oder "suchen lassen", und wenn es so einen Film gibt, der von allen unisono als langweilig, zäh wie Leder und als übertriebene Selbstdarstellung bezeichnet wird, müssen wir ihn natürlich sehen! Nicht, weil wir besonders leidenswütig sind, sondern weil wir uns gern selbst ein Bild über das Produkt machen. Gesagt getan, Leinwand runter, Beamer an, Sound auf Kino und Anfang.
Der Anfang überzeugt vor allem mit dem Einspielen eines Rolling Stones Titels. In meinem Kopf tun sich sofort Fragezeichen auf. Rolling Stones und Trump? Was ist das denn! Gegensätzlicher können beide nicht sein, was sie eint, ist wahrscheinlich ein "kleines Vermögen". Aber ethisch-moralisch, so wie es mir in den bisher erlebten fünf Präsidentschaftsjahren des Donald Trump erschienen ist, passt mit Jagger und seiner Band einfach nicht übereinander! Der erste Widerspruch also.
Apropos, wieso eigentlich denn Donald Trump? Jeder gute Wille, "Melania" als ein Statement für Melania oder eine Hommage an die First Lady Melania zu sehen, scheitert, wenn man wirklich durchhält, den Film bis zum Ende zu sehen. Schon nach 15 Minuten ist man aus Mangel an Handlung oder Interessantem gewillt, die Toilette aufzusuchen. "Brauchst nicht Pause machen, man verpasst nichts" sagt meine mitschauende Frau Simone. Letztendlich ist es eine große Werbeaktion für Donald Trump und seinen Amtseinführungsfestakt mit allen Feierlichkeiten, mit jeder nur denkbaren Dekadenz und der schäbigsten Abgehobenheit schlechthin, die man je gesehen hat.
Wer nun eine Handlung des Films mit Dokumentationscharakter erwartet, muss sich gedulden, weil die Dokumentation scheinbar durch eine strenge Regieführung wie in einem Werbefilm gemanagt ist. Spontane Handlungen selten, ein wenig zaghaftes Lachen, ein wenig Faxen des persönlichen Modeberaters der First Lady, aber davon abgesehen machen alle ihren steifen Job, sind offensichtlich wenig schwingungsfähig. Die Security ist überall im Bild, mit ausdruckslosem Gesicht, Härte vermittelnd und Melania schreitet elegant und Stolz auf ihren durchgängig getragenen Highheels durch die Massen ihrer Bewacher.
Melania ist ständig beschäftigt, die edelsten Dinge auszusuchen, für die große Feier zu planen (Farben, Geschirr, Gläser, goldene Eier...), Kleider und Hüte zu probieren, die ihr persönlicher Modeschöpfer an ihr ausprobiert. Sie ist stets "very amazing", entzückt und voll des "hinnehmenden Stolzes" (ich kann ja auch nichts dafür dass ich so reich bin und mit dem mächtigsten Mann der Welt verheiratet bin...), der immer wieder durch die Linse ins Wohnzimmerfenster oder in den Kinosessel gedrückt wird.
Nun, sehen wir mal ab von diesem Prunk und dieser Dekadenz, was hat eine First Lady zu tun? Sie ist schließlich nicht gewählt vom Volk, sondern die Frau des Gewählten. Offensichtlich ist es in den USA schicksalhaft, dass die First Lady definitiv nicht unbeteiligt sein kann. Sie muss sich wohltätigen Zwecken widmen, und das kommt auch im Film zum Tragen, indem sie in einer vielleicht 3 Minuten langen Szene erklärt, dass die USA bessere Kinderbildung brauchen und sie sich darum kümmern muss, was sie auch durch Initiativen und Schulbesuche mehrfach demonstriert hat. Wie früchtetragend diese Initiativen für Benachteiligte sind, ist nicht bekannt. Mir gehen bei hren Worten sofort Bilder aus Gaza, Libanon und Iran durch den Kopf, oder Minneapolis. Das eigene Volk, traditionell ein Migrationsvolk aus vielen verschiedenen Nationen, wird dezimiert durch Ausweisung und Inhaftierung. Kinder werden von ihren Eltern getrennt, wehrlose Bürger erschossen und was tut sie als First Lady? Sicher, der Film spielt in 2025. Aber konsequenterweise müsste sie heute aus dem Weißen Haus ausziehen und sagen: "das kann nicht wahr sein!" Nein, sie hängt am Tropf des Donald Trump, der ihr ein annehmbares Leben verschafft, mit dem sie genüsslich durch die Welt zieht und sich um die Protzkulisse kümmert.
Wer würde nicht gerne von goldenen Tellerchen essen und mit zwei Bewachern an der Seite durch vergoldete Türen schreiten bzw. schweben? Es wirkt wie in einem Märchen, dass vor langer Zeit spielt und der Realität völlig entrückt ist. Melanias Outfits auch zu alltäglichen Begebenheiten wirken wie der Dresscode für Hochzeiten oder streng sachliche Anlässe. Da weiß man, wo ihre Akzente sitzen und worauf sie in ihrem gegenwärtigen Leben Wert legt (oder vielleicht auch Wert zu legen hat). Ihre Herkunft aus Slowenien scheint sie nicht vergessen zu haben. Immerhin erwähnt sie gelegentlich ihre Verwandtschaft, aber nur als Spiegel ihrer eigenen Leistungen, wenn man das überhaupt als ihre Leistung bezeichnen kann. Aber abgesehen von einem slowenischen Akzent erinnert in diesem Film kaum etwas an die Immigrantin Melania.
Wenn ich dann sehe, dass die Produktionsfirma, die diesen Film durchaus professionell erstellt hat, Melania Trump gehört, wird einiges klar. Das kostenlose Streamen über Amazon Prime ist wahrscheinlich Jeff Bezos zuzurechnen, der auch ständig an Trumps Seite deniert oder einfach nur billig anwesend lächelt. Melania war zuständig fürs Familienalbum und hat diesen Film gedreht. Donald hat sie unterstützt, um seine narzisstische Persönlichkeit noch besser ins Licht zu stellen. Mit Fortschreiten des überlangen Films, der sich tatsächlich wie Kaugummi hinzieht und zum Gähnen anregt, wird immer deutlicher, dass es um Donald Trump geht. Es geht nicht um Melania als First Lady, sondern immer häufiger steht Donald Trump im Rampenlicht vor der Kamera und Melania wird sogar unscharf dargestellt. Was für eine filmische Glanzleistung, die dem perfiden Ziel dieser machtbesessenen superreichen Menschen Rechnung trägt.
Der Abspann zeigt die Musiktitel, überwiegend Rockklassiker der 80er aus den USA, England, aber auch Titel von Frankreich, Deutschland und sogar zwei barocke Werke aus der Feder von Bach. Ich frage mich beim Lesen dieser Verwendungsnotizen immer, was die Urheber wohl davon halten, dass ihre Musik für solche Werke genutzt werden. Zumindest von Bach könnte man mutmaßen, dass er sich im Grabe umdrehen würde, wenn er wüsste, dass seine wertvollen kulturellen Werke wie das "Air" einer Kriegsherrenfamilie, die kein Völkerrecht kennt (und vom Menschenrecht ganz zu schweigen) genutzt werden, um dieses maßlose Lebensdasein zu bewerben.
Mein Fazit: Ansehen! Der Film ist ein super-schlechtes Beispiel dafür, wie man Dokumentationen nicht macht. Aber Eintritts-Geld würde ich in diesem Fall dafür nicht ausgeben.
Wir haben uns nicht überlegt, wie wir mit einem unglaublichen Rekord in das Guinnessbuch der Rekorde kommen. Aber, wann, das ist schon eine interessante Frage.
Der Anlass war simpel, aber rekordverdächtig: Ein Kulturfilmabend mit einer britisch-irischen Filmkomödie aus dem Jahr 1998 "Lang lebe Ned Devine!", in der ein kleines irisches Dorf das Weiterleben eines verstorbenen Lottogewinners vortäuscht, um den Gewinn nicht verfallen zu lassen. Wir organisierten diesen Filmabend bereits 2 mal in den vergangenen Jahren rund um den St. Patricks-Day, dem Tag des irischen Schutzheiligen, der weltweit von Iren und ihren Sympathisanten gefeiert und zelebriert wird. Und wie wäre das besser zelebriert, als mit Humor und netter Gesellschaft? Also.
Schon im vergangenen Jahr haben wir die Lottozahlen, die bereits bei der am Filmanfang während der Ziehung ermittelt werden, aufgeschrieben und für jeden angemeldeten Gast einen Lottoschein gekauft, den wir ihm dann zu Beginn der Vorführung geschenkt hatten. Schon 2025 dachten wir: "Was, wenn das jetzt ein fetter Gewinn ist und jeder Beschenkte eine stattliche Summe erhält...?!". Es wäre zweifelsohne zu einem bemerkenswerten Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde gekommen.
Nun hatte 2025 eine Besucherin während der Filmvorführung gestaunt, dass die im Film gezogenen Zahlen mit denen auf ihrem Lottoschein übereinstimmten (wir hatten die Herkunft der Zahlen nicht verraten, jeder hatte die gleichen Zahlen). Allerdings war das Ziehungsergebnis am darauffolgenden Samstag nicht so erfolgreich, wie im Film und damit gingen alle Besucher und auch wir natürlich leer aus. Realitätsnah, wie wir immer leben, haben wir auch nicht an einen Gewinn geglaubt. Nicht wirklich jedenfalls. Wir sind auf Wunder und Besonderheiten nicht vorbereitet, denn meistens müssen wir mit den bescheidenen Mitteln weiterarbeiten, wie vorher. Aber diese Einstellung änderte sich im Jahr 2026, als es wieder hieß: "Lang lebe Ned Devine!" beim Kulturfilmabend in der Gassmühle.
Alles lief wie immer: die überschaubare Zahl an Gästen nahm ihre Plätze ein, beim Begrüßungsvortrag bekam jeder Angemeldete seinen Lottoschein überreicht und die Vorfühurung begann. Am Ende des Films applaudierte das Publikum- ein seltenes aber zeugnisgebendes Phänomen. Allen war nicht nur bei den Lachsalven während des Films anzumerken, dass der irische Humor mit seiner Selbstironie, dem spitzen Witz und den vielen tragikomischen Situationen auch bei uns hervorragend ankommt. Anschließend noch ein paar Plaudereien, ein kleines Guinness und es ging mit positivem Affekt in die heimatlichen Gefilde.
Soweit, so gut.
Während des Konzerts am Folgetag- die Band Kimkoi aus Mühlhausen war bei uns und die Ziehung der Lottozahlen war schon erledigt. Meine Cousine Diana war extra aus Mühlhausen angereist, um die heimatliche Band mal live zu hören, hier mit ihrem Liedertourabschluss und einer während der Tour 19 mal geprobten Performance. Diana betreibt in Mühlhausen eine kleine Kulturstätte- das 3K. Sie ist also vom Fach. Im 2. Set, also nach der Pause kam ihr Mann Ralf zu dem glorreichen Einfall, mal die Lottozahlen zu checken.
Nun ja und was soll ich sagen- für einen Eintrag im großen Buch der Rekorde reicht es zwar sicher nicht, aber es war schon erstaunlich! 3 Richtige zierten den Lottoschein, und also offensichtlich auch die 8 anderen, denn dort waren ja die selben Zahlen drauf. Der gute alte Ned Devine- was der alles so bewerkstelligt! Ist das nicht komisch?
Viel Glück!
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Das Bild von der grün gefärbten Telefonzelle stammt aus der Sammlung des Geograph-Projekts. Die Kontaktdaten des Fotografen finden Sie auf der Seite dieses Fotos auf der Geograph-Website. Das Urheberrecht an diesem Bild liegt bei Joseph Mischyshyn und es ist unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 2.0 Lizenz zur Wiederverwendung freigegeben. Die Telefonzelle spielt eine nicht unwesentliche Rolle in dem Film. TS
21. März 2026
Merkwürdig, wie manchmal die aktuellen Dinge unseren Spielplan berühren... wir proben seit etwa zwei Monaten mit dem Puppenspiel vom Fischer Hein und seiner Frau Ilsebill. Jeder kennt das Märchen, das die Brüder Grimm eines Tages in ihre legendäre Märchensammlung integriert haben. Nun versuchen wir natürlich auch immer einen aktuellen Bezug zum eigenen Verhalten herzustellen und dabei kam uns die Idee, dass man durchaus diese Figuren auf die Verhaltensweisen der Figuren des Weltgeschehens übertragen kann.
Da fällt einem zunächst die Ilsebill auf, die mit immer unverschämteren Forderungen und quasi hemmungslos ihren Bedürfnissen Ausdruck verleiht und in kindlich- naiver Weise ohne Rücksichtnahme auf die Umgebung, also auch auf ihre Mitmenschen oder ihren Mann, den Hein hysterisch rumschreit und fordert, unzufrieden ist und immer mehr will. Sie schert sich nicht um Konventionen, die annehmbare momentane und komfortable Situation ist ihr zu "billig" und nur sie ist in der Lage, zu wissen, was gut für sie und die Welt ist. Andere scheren sie einen Dreck.
Toppen könnte sie dieses beinahe unerträgliche Verhalten nur, wenn sie sich vor der Kasse im Supermarkt auf den Boden schmeißt und lauthals kreischt, dass einem die Ohren schmerzlich dröhnen, weil sie die Packung Chips nicht bekommt, die für sie zu hoch und unerreichbar im Kassenbereich steht und Mama "Nein" gesagt hat. Nach gefühlten 30 Minuten Alarmsirenen im Supermarkt will Mama die Situation beenden und greift schließlich zur Packung und legt sie aufs Kassenband. Die Alarmsirene erstummt augenblicklich, der Rotz an der Nase der Ilsebill wird mit dem Ärmel abgewischt, ein abschließender Schluchzer folgt und schon wandert der Blick auf andere Dinge im Kassenbereich. Kommt das irgendjemandem bekannt vor?
Ja, aus der Tagesschau vielleicht, wenn z.B. der mächtigste Mensch dieser Welt nach dem Anzetteln eines nicht völkerrechtlich legitimierten oder mandatierten Angriffskriegs die Kontrolle verliert und merkt, dass er doch nicht so omnipotent ist, wie er sich in seiner Wahrnehmung bisher fühlte? Oder die neben ihm (bzw. die aus seiner Sicht weit unter ihm) stehenden zur Hilfe auffordert, um sich dann wahrscheinlich wieder in sein Kinderzimmer zurückziehen zu können, den nächsten Coup ausheckt und wieder ein Feuer anzündet und die Anderen machen lassen, was er verbockt hat.
Die Rolle des Hein indes ist wahrscheinlich mit vielen Personen des Weltgeschehens vergleichbar. Da wäre zunächst die Melania. Sie tritt jedoch so unbedeutend in Erscheinung, dass ihr ein nahestehendes Filmunternehmen eine eigene Dokumentation widmen muss, um sie ins Rampenlicht zu stellen. Aber Fehlanzeige- sie ist dermaßen unterbedeutsam, dass selbst dieses aufwändig und teuer in die Kinos gebrachte Werk floppt und kaum ein Mensch auf dieser Welt diese Person zur Kenntnis nehmen möchte. Die Aufmerksamkeit ist allein auf ihren Mann fokussiert, der sie stets wie ein kleines Mädchen am Händchen führend die Weltöffentlichkeit an jedem Tag mit einer neuen konventionsbrechenden Katastrophe entsetzt. Also so richtig passt Heins Rolle nicht auf die First Lady.
Alternativ könnte man mit der Chefin Ursula kokettieren, die aber auch eher hilflos, dafür bedacht und rational versucht, "ihr Ding" zu machen aber stets nur reagieren kann. Die Ereignisse überschlagen sich, nach den ersten Überraschungen folgen weitere und nach etwa 1000 Brüchen von bisher selbstverständlichen und strukturrelevanten Tatsachen versucht sie notgedrungen, sich auf den eigenen Teller mit der eigenen Ursprungs-Familie zu konzentrieren. Aber vor so einer Scheidung und in der Trennungsphase weiß auch sie nicht so recht, wo es lang geht und muss nun weiter schauen. Auch für sie passt die Rolle des versöhnlichen und liebenden Hein nicht so richtig.
Gibt es also überhaupt eine Figur weltweit, die diese fürsorgliche Liebe des Hein gegenüber der Ilsebill darstellen kann? Vielleicht haben ja die charismatischen Christen in der rechtskonservativen Republikanerfamilie der USA mit ihrer Ansicht, dass der mächtigste Mann der Welt von Jesus gesalbt wurde, um die Welt zu retten Recht und wir sind kurz vor der Apokalypse? In der Geschichte warteten die Führer mit solchen religiösen Überzeugungen, die für gesunde Menschen wie Wahnvorstellungen gelten müssen, in ziemlich verzweifelten Situationen auf und beriefen sich auf höhrere Mächte. So kann man wahrscheinlich zumindest die Rolle der Ilsebill doch noch zu einer märchenhaften Erfüllung führen- sie will wie der liebe Gott sein! "Ich will, ich will, ich will!" rufend den Butt um das letzte große Wunder fordern, der dann die Ilsebill wieder in die Schranken weist und das Fischerehepaar an den Ausgangspunnkt ihrer Wunschreise zurückbeamt.
Das kollektive Gedächtnis ist schon was tolles! Nichts wird vergessen, wenn auch manchmal geschönt. Aber es zeigt uns, dass wir mit unseren Sorgen nicht die ersten auf der Welt sind.
13.3.26 Vor ein paar Tagen kam eine Freundin an der Gassmühle vorbei, im Auto und klagte über die momentanen Preise an den Tankstellen. Schon bis zu 20 ct mehr pro Liter sollte der Benzin- oder Dieselfahrer pro Liter löhnen. Es war der Montag nach dem Kriegsbeginn im Iran, bei dem die Allianz von Israel und den USA ohne UN-Mandat den Iran angegriffen haben und seitdem bis heute massiven Krieg führen. Die Folge war ein drastischer Anstieg der Rohölpreise.
So schlimm wie die Umstände sind- völkerrechtswidriger Angriff, Leiden der Bevölkerung, Auswirkungen auf die Region im Nahen Osten, auf die Weltwirtschaft, Flucht, Vertreibung, Trauer, Schmerz. Mit den Aufzählungen kann man nicht fertig werden. Krieg ist immer ein Verbrechen und kann keine Sicherheit und keinen Frieden schaffen. Aber das Ergebnis- die Auswirkungen weltweit in Bezug auf den Ölpreis- die gaben mir einen Anlass, neu über solche Themen nachzudenken.
Nicht auszusparen ist der Kanon der Meckerpötte. Wir hier in Deutschland- v.a. die ewig Unzufriedenen, die Jammer-Leute, die vor kurzem noch nach der Wiederaufnahme der Kohleverstromung riefen, die den Verbrenner als die einzige vernünftige Form der motorisierten Fortbewegung deklarierten, rufen nun nach staatlicher Regulierung des Ölpreises. Was ihnen gestern noch nur aus ideologischen Gründen lästig war, - saubere, nachhaltige und ökologische Energie - könnte heute genau betrachtet einen Großteil ihrer Kosten bei der Mobilität begrenzen. Ein Bericht aus der Wirtschaftsforschung heute morgen schildert die erfasste Nachfrage-Steigerung nach Elektroautos, und begründete diese mit der momentanen Preisentwicklung an den Tankstellen.
Mitten in die Situation schleudert Ursula van der Leyen die mit Asche beheftete Feststellung, der Ausstieg aus der Atomenergie sei ein Fehler gewesen. Man wolle fortan wieder Kernkraftwerke fördern. Was für eine Fehleinschätzung! Maßgeblich für die Entscheidung, von dieser teuren, gefährlichen und jahrtausenend lange strahlenden Endergieform zu lassen, war die Katastrophe von Fukushima. Parteiübergreifend, europa- und weltweit setzte ein Umdenken ein und ein breit konsentierter Entschluss unserer damaligen Regierung unter der CDU und Angela Merkel beschloss den Ausstieg, der konsequent und gesund war. Nun scheint einigen Menschen das Hemd wieder näher, als die Hose zu sein und man sehnt sich zurück nach subventionierter Energie, die unsere künftigen Generationen belastet und zudem hochgefährlich ist.
Warum nicht zumindest jeder, der ein eigenes Dach hat, eine eigene Stromproduktion aufbaut, die inzwischen nicht nur mehrwertsteuerbefreit, sondern auch noch erschwinglich ist, erschließt sich mir nicht. Ist es Geiz, Bequemlichkeit, oder einfach nur die mangelnde Fähigkeit, mit mathematischer Präzision die Vorteile neben den ökologischen und nachhaltigen Aspekten zu erkennen?
Wir kommen nicht an der Abkehr von schädlichen Energieformen vorbei. Wind, Sonne, Wasser liefern uns unendlich viel Energie, wir können sie nutzen. Wenn Probleme entstehen, sind diese meist hausgemacht- und lassen sich durch Konsens beseitigen. Einen sonnigen Tag!
In letzter Zeit häufen sich Krankheits- und Todesfälle in unserer Umgebung. Das gibt mir immer wieder zu Denken. Beim Sinnieren - bei der Gartenarbeit gelingt mir das immer am besten, oder wenn ich so im Workflow bin... - ist mir vor ein paar Tagen die Diskussion um die Wahrheit und den Streit vieler Menschen darum nicht aus dem Kopf gegangen. Meine persönliche - vorübergehende Erkenntnist dazu war folgende:
Der Tod beendet Glück. Der Tod beendet das Leiden, die Zuversicht. Er beendet unsere Wahrheiten, Zahlungsfristen, Strafverfolgung und er gilt für alle. Somit ist der Tod die einzige Form der Gerechtigkeit, die es auf dieser Erde gibt.
Wahrscheinlich ist es bitter, dass es erst einen so radikalen Abschied braucht, um Frieden zu finden. Keine Sorge- ich bin am Leben interessiert. Aber diese Erkenntnis schafft eine Endlichkeit, die auch eine Aussicht ist.


