"Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit." (Unbekannt)

Seit April diesen Jahres haben wir uns für die Umstellung unseres Eintritts-Systems von "Freiwillig" auf "Eintritt" entschieden. Wir möchten uns dazu noch einmal kurz erklären und euch mitteilen, wie der weitere Verlauf sein wird.

Wir hatten mehrere Veranlassungen, dieses System einzuführen. Zunächst sind wir unseren Künstlern verpflichtet, Ihnen eine Gage zu zahlen. Wir können nicht erwarten, dass Menschen, die etwas studiert oder gelernt haben und dieses Studium in ihrem Berufsleben anwenden, dies hier zur Aufführung bringen und anschließend wieder Wege und Kosten auf sich nehmen müssen, um wieder in ihren Alltag zurückzukehren, ohne dafür eine angemessene Gegenleistung zu erhalten. Ebenfalls sind wir uns selbst verpflichtet, unseren eigenen Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Daher haben wir mit den Künstlern, die hier auftreten, eine gewisse Vereinbarung getroffen über die Aufteilung der Eintrittseinnahmen. Soweit kann das sicher jeder nachvollziehen, denn von allen Gästen weiß sicher jeder, wie notwendig die Betrachtung der Einkommensseite im Leben ist.
Zum anderen steht die Frage zur Disposition, in welchem Verhältnis Aufwand und Gegenleistung stehen. Wir haben mit dem bisherigen System einen sehr hohen Aufwand betrieben, die Anmeldungen, die notwendig waren, um Gästen bei uns einen Platz zu sichern, waren enorm und trugen einen beträchtlich Risiko in sich. Immerhin war hier wenig Verbindlichkeit erforderlich, man konnte kurzfristig absagen. Man konnte auch einfach nicht erscheinen, was auch in jüngerer Zeit durchaus vorkam. Wir haben viel Verständnis dafür, wenn Dinge passieren, die unvorhergesehen sind und man an einem geplanten Termin nicht teilnehmen kann. Ich habe aber auch viel Verständnis dafür, dass ein Künstler, der zwischen 50 und 600 km gereist ist und bei uns auftritt seinen vollen Lohn fordert. In der Regel haben wir diese Kompensation auch geleistet, was zu unseren Lasten ging. Insofern mussten wir reagieren, denn unsere Mittel sind auch nicht unendlich verfügbar und immerhin haben wir seit sieben Jahren hier Konzerte organisiert und sind in einen Bereich gewachsen, der durchaus einerseits als professionell bezeichnet werden kann und andererseits auch gefährdet ist, zu überleben.

Die Lösung lautete für uns, das Ticketsystem mit Eintritt einzuführen.

Warum ist das nun besser? Ich biete hier einen Perspektivwechsel an, und deshalb erkläre ich unsere Motivation auch so ausführlich an dieser Stelle. Nehmen wir das Beispiel Lebensmittel. Kunst/ Kultur und Ernährung sind beides elementare und wichtige Bestandteile im Leben eines Menschen. Dabei fällt die Kultur immer wieder hinten runter, weil andere Bedürfnisse gerade wichtiger erscheinen wie zum Beispiel Ernährung (verständlich) oder die Anschaffung von bestimmten Dingen, die notwendig sind. Man spart am ehesten an Kultur und Kunst, das kenne ich aus eigener Erfahrung, das weiß jeder von uns und das bleibt auch so. Wenn ich aber Ernährung und Kunst, die beide für die seelische Gesundheit der Menschen wichtig sind, nebeneinander stelle, dann kann ich beim Kauf von Lebensmitteln auch nicht erst bezahlen, wenn ich sie gegessen habe. Ich muss die Lebensmittel nach Hause holen und dann sind sie schon bezahlt. Genauso sehe ich das mit der Kunst. Wenn ich mir vornehme, ein künstlerisches Produkt zu konsumieren, muss dieses Produkt auch bezahlt werden, ob ich es nun konsumiere oder nicht - das ist eher zum Vor- oder Nachteil jedes Betroffenen, und der Produktanbieter muss natürlich entlohnt werden. Und wie soll das ohne jegliche Grundlage passieren? Die Einsicht hat nicht jeder und daher bitten wir hier um großes Verständnis dafür, dass wir das System mit dem freiwilligen Eintritt abgeschafft und das Ticketsystem eingeführt haben.

Wie geht es nun weiter? Ticketvorverkauf und Abendkasse!

Die ersten Erfahrungen mit dem Ticketsystem haben uns bestärkt. In der Regel sind nicht alle Tickets ausverkauft und an der Abendkasse können Karten gekauft werden- das geht besonders unkompliziert, wenn die Platzkapazität (wie z.B. im Kuhstall mit 60 Plätzen) nicht begrenzt und genügend vorhanden ist (open air).

Viele Gäste begrüßen die Einführung des Ticketsystems, manche haben ihre Schwierigkeiten damit, weil sie ein entsprechendes Bezahlsystem nicht nutzen können oder wollen und manche kommen während der Pause und Fragen nach einem vergünstigten Eintritt und manche diskutieren schon zu Beginn der Veranstaltung über die Höhe der Eintrittspreise, die sich bekanntermaßen bei uns nicht verändert haben. Wir haben bisher immer einen freiwilligen Eintritt in gleicher Höhe empfohlen und in der Regel wurde dieser auch beglichen, dafür sagen wir an dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank. Allerdings gab es Tage, an denen es nicht so war. In einem vorherigen Blog Eintrag hatte ich schon geschrieben, wie Zaun der Zaungäste versucht haben, den Eintrittspreis zu verhandeln. Wir sprechen hier nicht von Preisen über 50 bis 300 Euro, sondern über 20 Euro. Mittlerweile passiert das schon gelegentlich, und die Art des Vortrags der Anliegen wird auch intensiv geführt, mit verbalem Nachdruck und forderndem Charakter. Ich muss an dieser Stelle allerdings sofort entgegnen, es gab nie eine größere verbale Auseinandersetzung, denn unser Standpunkt ist klar: Konzerte passieren immer mit Eintritt und wir können keine Ausnahmen zulassen, weil dann natürlich Gäste, die Eintritt bezahlt haben, gegenüber den Gästen, die keinen oder weniger Eintritt bezahlen, benachteiligt sind. Das ist nicht in unserem Interesse, wir setzen hier auf eine gemeinschaftliche Übernahme der Kosten und das soll auch so bleiben, damit jeder zufrieden sein kann und nicht Missmut gegenüber anderen Gästen entsteht.

Wenn wir nun also Interessenten haben, die mit dem Ticketsystem nicht vertraut sind und sich damit auch nicht mehr befassen möchten, können die sich gerne an uns wenden und sich anmelden, das sollte allerdings unbedingt die Ausnahme bleiben, denn der Aufwand für uns erhöht sich an dieser Stelle enorm. Ist die Veranstaltung nicht ausverkauft, gibt es weiterhin an der Abendkasse Karten. Wir werden in jedem Fall alles versuchen, jedem Interessenten einen Platz zu reservieren. Das Ticketsystem sieht jedenfalls eine Mindestzahl an Sitzplätzen vor, die auch für die Regenvariante im Kuhstall ausreichend ist. Wenn ich nun zusätzliche Reservierungen entgegennehme, kann das nur innerhalb des begrenzten Kontingents der Karten passieren so müsste ich also bei jeder Anmeldung kontrollieren, wie viele Plätze noch verfügbar sind und das Kontingent entsprechend reduzieren. Wir sollten einfach miteinander telefonieren und wir finden einen Weg, wie wir für alle Gäste einen Platz an dem Abend organisieren können. Wenn eine Veranstaltung rechtzeitig ausgebucht ist, versuchen wir mit dem Künstler zu sprechen, eine zweite Veranstaltung vorher oder danach anzubieten, damit wir die Nachfrage befriedigen können.
Ihr seht also, es geht weiter in der Gassmühle und wir freuen uns auf ein weiteres Veranstaltungsjahr. (wir gehen nun in das achte Jahr am 1. Oktober)

Wir sehen uns!